Historischer Stadtspaziergang
ein großen Publikumserfolg
Die Route führte durch den ehemaligen „Markt“, vom Stadtturm über die Fischabrücke (ehemals „Viskaha“- Fischafluss), Richtung Generationen-Park und weiter über die malerische Querung der Fischa in die beschauliche Fischamender Altstadt und endete beim Getreideplatz, einem gewesenen Lager römischer Hilfstruppen („Auxilia“)
Bereits beim Stadtturm lauschte das zahlreich erschienene Publikum den Erzählungen des Stadtchronisten Prof. Adalbert Melichar über „Fischa-mend zur Zeit der Römer („ Aequinoctium“ „ Tag und Nachtgleiche“), über die Ansiedlung beider Orte Dorf (einst um die Kirche zu St. Quirinus) und Markt (um die Michaelskirche), 11. und 12. Jahrhundert, über die Geschichte des Fischaflusses („ Viskaha“), die Entstehung des Ortsnamens („ Viskahagemunde, Vischamundt“ - Zusammenfluss Fischa und Donau im nahen Ortsbereich), den Stadtturm (ehemals römischer Wachtturm, „Fischaturm“, „ Marktturm“) und nicht zuletzt über den heutigen Haupt-platz und seine einstigen erzwungenen politischen Deutungen („ Dollfuß-Platz“, „ Hitler-Platz“). Auch das tragische Schicksal der jüdischen Kauf-mannsfamilie Stern und ihres Wohn- und Kaufhauses („Stern-Haus“) wurde als Teil der Geschichte des Hauptplatzes vermittelt. Ebenso lebten in den Erzählungen des Stadtchronisten die einst nahe dem Hauptplatz und noch heute lebendig in Erinnerung befindlichen legendären Lokalitäten, wie das einst weithin berühmte Fischrestaurant Merzendorfer, das bürger-liche Kaffeehaus Pankl und das „Cremeschnitten-Paradies“ Konditorei Kindlinger, auf. Die nächsten Halte gab es auf dem Kirchenplatz („Birnzipf“) beim alten Schulhaus, vor der Michaelskirche und auf dem Gedenkplatz am Fuße dieses Gotteshauses. Hier kamen die dortigen Gedenksteine und
Denkmäler in Rede (Bombenangriff auf Fischamend am 12. April 1944 mit unzähligen Toten, das tragische „Körting-Unglück“ am 20. Juni 1914- Zusammenprall einer Aeroplans mit dem Luftschiff „Körting“ in den Lüften unweit des Königsberges mit 9 Opfern) und der tragische Todessturz des berühmten Semmering-Rekordfliegers, Oberleutnant Eduard Nittner, am 17. Februar 1913. Dabei verwies Melichar auch auf die für Fischamend nicht unbedeutende Historie des nahen „Winterhafens“, einem damaligen Winterquartier der k. u. k. DDSG für ca. 250 Schiffe und deren Besatzungen in den Jahren 1868 – 1902. Flotten Schrittes ging es nunmehr zur „ Vier-Wirten-Kreuzung“ (einem jahrzehntelangen gern besuchten Gastro-Quartett „Goldenes Kreuz“, „ Schwarzer Adler“, „ Brauner Hirsch“ und „ Zum Mohren“. Der Stadtspaziergang endete auf dem Getreideplatz mit Anmerkungen auf die römische Geschichte der Stadt, auf die ehemals florierende Mühlenwirtschaft auf Donau (Schiffsmühlen) und Fischa, den überregionalen Getreidehandel, die Einkehr übermächtiger Industralisierung am Fischafluss (im Markt: Essbesteckerzeugung für den Weltmarkt: Herczka, Schütz & Patry) und die Jungfernfahrt der dem Getreideplatz nahen „Preßburger-Bahn“ (heute: S 7) am 1. Februar 1914 von Wien-Hauptzollamt nach Preßburg, mit festlich ausgerichtetem Halt in Fischamend.